Die Arbeit eines Berufskraftfahrers gilt nicht ohne Grund als wahrer Knochenjob. Wer über ein klein wenig Empathie verfügt, dürfte sich in etwa vorstellen können, was es bedeutet, andauernd auf Achse zu sein. Die Ehefrau und Kinder warten Woche für Woche, dass der Mann und Vater endlich wieder heimkehrt. Doch abgesehen von der familiären Situation treten viele andere Nebenwirkungen auf. Gesundheitliche Leiden sind auf Dauer vorprogrammiert. Die Lkw Fahrer mögen wahrlich harte Kerle sein – doch wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht so schnell wie möglich verbessern, wird die Lust, diesen schweren Beruf zu ergreifen, bei jüngeren Generationen nach und nach ganz verloren gehen.
Wer denkt, dass schlechte Arbeitsbedingungen nur den betroffenen Arbeitskräften zu Schaden kommen, der irrt sich. Leidtragende sind nämlich oft auch völlig unbeteiligte Menschen, die dadurch in einen Unfall verwickelt werden können. Sind Lkw Fahrer gestresst und nicht ausgeruht, kann dies schnell zu Unfällen führen. Und diese gehen nicht selten tödlich aus. Gerade darum ist es auch in keinster Hinsicht nachvollziehbar, dass nicht mehr auf die berechtigten Forderungen der Mitglieder dieses Berufsstandes eingegangen wird. Vielmehr sehen sich Unternehmen im Ausland nach billigen Arbeitskräften um, die bereit sind jede Bedingung zu akzeptieren, wenn sie dadurch einen Arbeitsvertrag erhalten. Wie lange will der Staat hier noch zuschauen?
Immer wieder kommt es vor, dass Gewerkschaftsvertreter und Lkw Fahrer in der EU für bessere Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer in Europa demonstrieren. Diese Proteste richten sich vor allem gegen die sinkenden Löhne und die zunehmend entwürdigende Behandlung der Fahrer. Zu denen, die zu einer Demo aufrufen, zählt mitunter auch die Europäische Dachorganisation der Fahrergewerkschaften ETF (Europäische Transportarbeiter Föderation). Gesetze werden zwar erlassen, aber dann nicht ordnungsgemäß durchgesetzt. Unterdessen verschlechtern sich die Löhne und Arbeitsbedingungen von Berufskraftfahrern in Europa ständig. Lange Arbeitszeiten, Übernachtungen im LKW, kein Zugang zu warmen Mahlzeiten oder WC-Anlagen – die Liste der Missstände ist lang.